Sonntag, 2. April 2017

Konvoi meets Kaub 2017, der Traum geht weiter......

Das Jahr 2016 war der Start zu dieser tollen Aktion:

"Konvoi meets Kaub"

20 Jugendliche aus Gagausien/ Moldawien konnten 2016 als erste Gruppe Urlaub in unserem Round Table Jugendcamp in Kaub genießen. Die Idee kam aus dem Weihnachtspäckchenkonvoi und wir wollen den Kindern nicht nur im Winter ein Lächeln in die Augen zu zaubern, sondern auch im Sommer.

Auch in 2017 werden wir je 20 Kinder (+je 5 Betreuer) aus den Ländern des Konvois (Ukraine, Moldawien und Rumänien) nach Kaub holen. Genau dazu benötigen wir aber Eure Hilfe. Schaut Euch bitte den Film (Präsentation) an:



RT74 Hanau ist mit gutem Beispiel gestartet und hat 1.074,74 € auf das Spendenkonto des Camps, mit der Bemerkung: "Konvoi meets Kaub" überwiesen.
Bitte zeigt den Film/ die Präsentation zu Euren Distriktmeetings und Tischabenden und entscheidet Euch dazu uns zu helfen! Hier der Link der PP- Präsentation.
Danke und YiT, Tommy


Dienstag, 7. März 2017

1- Konvoi International Meeting (KIM) in Kaub


Liebe Freunde des Konvois:

Eigentlich sehen wir uns immer nur zum Konvoistart für 1-2 Stunden und dann sind wir schon wieder getrennt unterwegs. Die fleißigen Päckchensammler in den Sammelstellen sehen wir nie.

Das wollen wir ändern! 
Der größte Konvoi mit grandiosen über 106.000 Weihnachtspäckchen liegt hinter uns und das wollen wir mit Euch feiern. Außerdem sind die Ziele für 2017 sicher nicht minder. Das macht es allerdings auch notwendig, dass wir uns neu aufstellen und Eure Verbesserungsvorschläge mit einfließen lassen wollen. In Projektworkshops sollen folgende Themen besprochen werden:

Informationen & Austausch, Konvoi 2017, Zentrallager, KIS- System, Internetseite, Konvoijacken u.v.m. 

Wir alle zusammen sind der Konvoi! 
Deshalb lasst uns vom 04. bis zum 06. August 2017 zusammen im www.Roundtablecamp.de in Kaub neue und alte Freunde treffen, feiern und den nächsten Konvoi auf die Strecke bringen.
Bringt Eure Partner und die Kinder mit.
Das Kinder- und Jugendcamp ist für alle da!

In Eurer Anmeldung (http://www.roundtablecamp.de/index.php/kontakt) gebt bitte unter Bemerkung an, ob Ihr in einem der 5 Campzelte, im eigenen Zelt, oder im Hotel (müsst Ihr selbst buchen unter http://haus-elsenburg.de/ ) schlafen wollt. Für Wohnmobile haben wir auch genügend Platz.  
Wollt Ihr das Roundtablecamp länger nutzen? Na aber sicher doch: Die Tablerwoche des Camps beginnt schon am Sonntag, dem 30.Juli 2017 und steht Euch schon zur Verfügung. 
Und hier noch das Programm:


Montag, 9. Januar 2017

Jochen Dieckmann; Moldawien und die Kinder:


Danke, dass ich wieder mitfahren durfte.

Es wurde bereits so viel Schönes geschrieben und tolle Bilder gezeigt, da bleibt ja kaum noch etwas übrig.
Aber ein paar Videos habe ich noch.
Es soll ja noch Menschen geben, die kein Facebook haben, einige hatte ich dort bereits gepostet.
Päckchenauspackaktion im Kindergarten von Ungheni:

Während die Kinder noch am Auspacken waren, bin ich runtergegangen zurück in den großen Raum. Da übten sie gerade ein moldawisches Kinder-Weihnachtslied ein. Die erste Zeile lautet ungefähr übersetzt:
Hör mal wer ans Fenster klopft, der Moș Crăciun (Weihnachtsmann)

Und dann war da noch das Kulturprogramm bei der letzten Abladestelle an diesem langen Tag. Am meisten beeindruckt hat mich das Stück, wo sie zeigen wollten, dass sie auch modern können.
Das werden bestimmt die Sieger 2019 vom Beitrag Moldawien im European Song Contest. :-)

Als wir am letzten Tag länger vor dem Krankenhaus warteten (und die Fahrer schon am Stadtrand bei den LKW), haben wir doch noch den Kleinbus vollgepackt, der hinter dem Bus stand. Die Leute, die mit ihm gekommen waren, arbeiten für den Verein Speranță, auf Deutsch Hoffnung.
Von der Verteilaktion dieser Sachen haben sie ein 14-minütiges Video geschickt. Das steht nicht auf Facebook, ist nichts für die breite Öffentlichkeit, aber Euch darf ich es zeigen.
In dem Video sieht man, was das wichtigte ist: Dass die Päckchen bei den Kindern ankommen. Das Video dauert die Viertelstunde, die wir oft nicht mal die Zeit haben, länger zu bleiben, weil noch mehr Päckchen auf ihre Kinder warten und umgekehrt.

Bereits am ersten Tag war ich ja in zwei von Speranță betreuten Internaten.
Ich hatte mich ja spontan entschieden, mitzufahren und ärgere mich im Nachhinein, dass ich nicht gefragt habe, ob nicht noch 1-2 Leute mitkommen wollen. Die Helfer hatten die Verteilaktion ganz wunderbar organisiert, zwei Clownfrauen und einen Akkordeon-Spieler im Zauberer-Kostüm organisiert. Da ich unter meinen Kollegen Päckchen gesammelt habe und der Chef Geld dazu gespendet hat, hat mein Arbeitgeber dann auch sein diesjähriges Weihnachtsvideo dazu gemacht. Die Musik im zweiten Teil ist ein moldawisches Weihnachtslied. Das Video gibt es in 27 Sprachen und es bekam bereits über 50.000 views
.

Ein Detail  am Rande: Nicht nur meine Kollegen in Erkrath hatten Päckchen gepackt, sondern es kamen auch 15 Päckchen aus dem ungarischen Außenbüro in Szekesferhavar (über Erkrath, Hanau nach Chisinau). Eine Kollegin dort, die Ungarisch, Rumänisch und Deutsch spricht, hat gefragt, ob sie das nächste Mal mitfahren (bzw. zusteigen) darf.

Zum Schluss habe ich noch ein Foto nachzuliefern.
Ich kam morgens aus dem Hotel in Ungheni und macht im Eingang ein Panoramafoto. Als ich noch dabei war, das Händi zu schwenken, latschte Tommy ins Bild, merkte das aber und erstarrte in der Bewegung.
So fing der Tag lustig an.
Jederzeit wieder, Euer Jochen

Freitag, 23. Dezember 2016

Elena Levtchenko: Weihnachtspäckchenkonvoi Nummer Zwei



Meine lieben Moldies.
Die Fahrt mit dem Weihnachtspäckchenkonvoi im letzten Jahr ist mir nicht leichtgefallen. Sowohl physisch – eine lange Busfahrt, wenig Schlaf - als auch seelisch; die Eindrücke, die mich lange beschäftigt haben, haben mir zu schaffen gemacht. Mit anderen Worten, ich war K.o.
Deswegen war ich letztes Jahr um die gleiche Zeit fest entschlossen. Ich war fest entschlossen, nicht mit dem Bus mitzufahren. Fliegen, Zug fahren – vielleicht. Aber zwei Tage im Bus, Schlafmangel, dann noch mal zwei Tage im Bus – nein. Für nichts in der Welt. Selbstverständlich behielt ich es auch nicht für mich. „Das denkst du nur jetzt so“, - sagte mir damals Heike. „Du wirst sehen, in einem Jahr wirst du dabei sein. Jetzt sind wir alle müde und haben Schmerzen.“ „Ja, liebe Heike, du kannst gut reden“, - dachte ich und habe nur höflich gelächelt. „Niemand hat so starke Schmerzen wie ich! Niemals!“.
Sechs Monate später, im Juni, habe ich mich dann beobachtet, wie ich mich in die Liste eintrage. „Was denn nun“, - habe ich mich gefragt. „Fährst du oder fährst du nicht?“. „Es sind noch ein paar Monate bis dahin, also könnte ich mich noch abmelden… Aber… eigentlich… fühle ich mich wieder gut… und die Schmerzen sind mittlerweile vergessen…“.
Zum Glück werden Schmerzen schnell vergessen. Selbstverständlich fahre ich mit.  Und nicht zuletzt wegen Euch.

Ihr Lieben

Dem Himmel sei Dank mischt der liebe Gott mischen Tommy und Peter die Karten jedes Jahr neu… so konnte ich schon wieder viele neue tolle Leute kennen und lieben lernen.
Ok, der Bus war dieses Jahr schon ein bisschen voller… Wenn es so weitergeht, müssen bald einige sogar im Stehen schlafen, fürchte ich.
Aber das nehme ich gerne in Kauf. Wir kommen nur für eine Woche im Jahr zusammen. Aber in dieser Woche passiert einfach so viel! Wir verbringen diese Woche auf dem engsten Raum. Wir essen, reden, schweigen und machen Pausen zusammen, wir verbringen schlaflose Nächte, wir schlafen ein und machen uns schutzlos, wir kümmern uns um einander und wissen, dass jemand sich im nächsten Moment um uns kümmern wird. Und vor Allem verbindet uns eine sehr schöne Sache: Wir tun etwas Gutes. WE DO SOMETHING FOR NOTHING.

Braucht Moldawien Hilfe?

Unser Gefühl sagt: „Ja. Moldawien braucht Hilfe“. Richtig. Unser Gefühl täuscht uns nicht. Hier ein paar Zahlen dazu.
Das Auswärtige Amt schreibt auf seiner Homepage zu Moldawien:
„Mit einem BIP pro Kopf von 2.233 USD (nominal, 2015) ist die Republik Moldau eines der ärmsten Länder Europas.[1]
Die Republik Moldau rangiert beim Human Development Index auf Rang 114 von 187 Ländern. Das Stadt-Land-Gefälle ist beträchtlich. In den meisten Dörfern fehlt der Anschluss an das Wasser- und Abwassersystem, Straßen und Wege sind oft unbefestigt. Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie häusliche Gewalt sind keine Seltenheit. Zahlreiche Dörfer sind verwaist. Eltern gehen vielfach als Arbeitsmigranten ins Ausland und lassen Kinder („Sozialwaisen“) und alte Menschen zurück. Die Rücküberweisungen der ca. 800.000 Auslands-Moldauer belaufen sich auf etwa ein Viertel der Höhe des BIP. Dies stabilisiert den inländischen Konsum, allerdings fehlen qualifizierte Arbeitskräfte für nachhaltiges produktives Wachstum in Inland.
Die Arbeitslosenrate wurde für 2015 mit 4,9% angegeben. Diese Zahl berücksichtigt weder die Migranten noch die erhebliche Schattenwirtschaft. Das monatliche Durchschnittsgehalt von knapp 220 Euro reicht zum Leben nicht aus. Auf den Dörfern wird daher häufig Subsistenzwirtschaft betrieben; in den Städten sind Mehrfach- und Gelegenheitsjobs die Regel[2].“
Im Bericht „Global 2015 Human Development Report - German“ steht Moldawien an der 107 Stelle in der Rubrik „MITTLERE MENSCHLICHE ENTWICKLUNG“. Was mich überrascht hat: Die anderen Länder, in die Weihnachtspäckchenkonvoi Geschenke bringt, sind viel höher eingestuft! Ukraine auf dem Rang 81 ist auch ziemlich weit unten zu finden, aber Rumänien – in der Rubrik „HOHE MENSCHLICHE ENTWICKLUNG“, und zwar ganz oben, auf dem Rang 52, und Bulgarien auf dem Rang 59 – das hat mich sehr überrascht. Es war mir auch nicht bewusst, dass diese Länder es viel besser haben, als Moldawien.[3]
Arme Kinder gibt es leider überall. Darüber diskutieren wir nicht. Es gibt aber Länder, in denen es ganz viele arme Kinder gibt. Hier noch einmal eine Zusammenfassung:
Rubrik „HOHE MENSCHLICHE ENTWICKLUNG“  
Platz 52 – Rumänien
Platz 59 – Bulgarien
Rubrik „MITTLERE MENSCHLICHE ENTWICKLUNG“
·                 Platz 81 – Ukraine
Platz 107 - Moldawien
Moldawien. 107 Platz von 188. In Europa – das ärmste Land.
Unsere Hilfe wird in Moldawien wirklich gebraucht.

Übersetzen oder vermitteln?

Alexander hat mich am Ende unserer Reise gefragt, wie viel Geld ich für meine Übersetzungstätigkeit bekomme. Gott bewahre! Erstens: Ich bekomme kein Geld, ich bin freiwillig dabei und übernehme die Kosten wie alle anderen. Zweitens: Ich bin keine Übersetzerin, ich bin „normal“! Die Rolle eines Übersetzers ist mir zu trocken und unbeteiligt. Ich verstehe meine Rolle ganz anders.
Es hat sich einfach so ergeben, dass ich in so unterschiedlichen Ländern gelebt habe und beide Sprachen - Deutsch und Russisch - sprechen kann: in der Sowjetunion bis zu ihrem Zusammenbruch, im unabhängigen Moldawien, in Russland zur Zeit der höchsten Inflationsrate und eines ungezügelten Banditismus, in Transnistrien bis zum Tag, als der Krieg ausgebrochen ist, im kleinbürgerlichen, provinziellen Kassel und im wunderbaren, weltoffenen Berlin. Ich kenne beide Seiten – moldauische (russische) und deutsche – und ich kann mich in beide Seiten wunderbar reinversetzen. Und wenn es zu Missverständnissen kommt, kann ich beiden Seiten erklären, was gerade passiert. Allzu viele davon kommen zum Glück nicht vor, und wenn doch, bringen sie mich manchmal sogar zum Schmunzeln.
Dieses Jahr war zum Beispiel sehr amüsant zu beobachten, wie ein Konvoianer versucht hat, sich mit einem kleinen Jungen zu unterhalten. Er wollte wissen, wie alt der Junge ist. Zwei Jahre alt? Drei? Vier? Zwei Finger hoch? Drei Finger? Vier Finger? Der kleine war durcheinander und hat zunächst gar nicht reagiert. Und dann wollte der Konvoianer sein Alter mit den Fingern zeigen. Sechs Finger hoch, danach drei… SECHS und DREISSIG. Ich habe schon fast laut gelacht! Meine Lieben. In Moldawien fängt man mit dem Zeigefinger an zu zählen! Ein Daumen hoch hat eine andere Bedeutung als „Eins“ J Und „36“ zeigt man ganz anders, so, wie man es ausspricht: Dreißig-sechs. Das muss ich Euch nächstes Jahr ausführlicher zeigen. Die kleine Unterhaltung haben diese „kulturellen Unterschiede“ währenddessen gar nicht gestört. Es ging fröhlich weiter. Der kleine Junge hat sehr schnell verstanden, dass der freundliche Mensch in der roten Jacke, der sich auch noch zu ihm auf den Boden gesetzt hat, um nicht so riesig zu wirken, einfach mit ihm spielen will. Er ist sofort aufgetaut und hat selber angefangen, die Finger in die Luft zu strecken!
Auch reine Übersetzung ist manchmal notwendig. Allerdings versuche ich stets, zu vermitteln.
Immer, wenn ich mit Euch rede, beantworte ich gerne Eure Fragen oder erzähle Geschichten aus meinem früheren Leben.
Immer, wenn ich mit Menschen aus Moldawien rede, erzähle ich ihnen über Euch, über Weihnachtspäckchenkonvoi, was hinter dem Weihnachtspäckchenkonvoi steckt. Was für tolle Menschen Ihr alle seid. Über Tommy, Peter, Ingo, Beate, Bob… Über jeden, der gerade an uns vorbeiläuft. Ich erzähle immer wieder, wie viel Zeit, Kraft, Geld und vor allem Seele Ihr in die ganze Sache investiert. Und das Ganze -  nur für ein Kinderlächeln. Als ich es dieses Jahr Ion Crudu, unserem Partner vor Ort, erzählt habe, hat er seine Augenbraunen sehr hoch gehoben. Das hat er vorher einfach nicht gewusst. Am gleichen Tag hat er dann im Restaurant gesagt: „Ihr zeigt uns, wie wir bessere Menschen werden können“ oder so ähnlich. Da wurde mir ganz warm ums Herz. In diesem Moment habe ich gespürt, dass meine „Gespräche“ nicht umsonst sind.
Aber die Rolle eines Mediators ist nicht immer einfach, beispielsweise beim Zoll oder bei der Auseinandersetzung mit der örtlichen Polizei. Man bleibt nicht unbeteiligt, man wird eingeschüchtert, oder bedroht, oder für irgendetwas schuldig gemacht, oder missverstanden. Dieses Jahr habe ich es zum Glück nicht so oft erlebt, aber letztes Jahr habe ich wirklich gelitten: Frauen, die keine oder zu wenige Geschenke bekommen haben, kommen zu mir und beschweren sich. Oder Sozialarbeiterinnen, die für die Listen mit bedürftigen Kindern zuständig sind, kommen zu mir und beschweren sich. Sie wissen, dass sie meine Aufmerksamkeit nur für 20-30 Sekunden haben können, deswegen sind ihre Ansprachen sehr emotional. Ich habe schon längst einen Standardsatz vorbereitet, der mich beschützen und abschirmen soll. Aber ich fühle mich trotzdem verletzt. Und brauche Zeit, um es zu verarzten.
Manchmal braucht ein Mediator echt einen Personenschutz.

Meine persönlichen Konvoi-Momente

Für mich gab es ganz viele Momente, die sehr emotional waren. Es gab sogar Einrichtungen, in die ich mich gar nicht reintraut habe, wie das Krebszentrum in Chişinău, weil ich dafür viel zu viel Zeit brauchen würde, um es zu verarbeiten. Zum Glück war ich etwas erkältet, so dass ich mich gar nicht entscheiden musste, ob ich reingehe oder nicht, denn es wäre für die Kinder sowieso zu gefährlich.
Ich fand die vielen Plakate, die gegen Gewalt in der Familie aufgeklärt und Hilfe angeboten haben, sehr traurig. Es ist einfach schrecklich, dass durch die ganzen Lebensumstände manche Menschen ihren schutzlosen Familienmitgliedern Gewalt antun. Solche Plakate hängen überall, ich kann mir schon vorstellen, dass dieses Thema für Moldawien leider sehr aktuell ist.
Es war für mich sehr traurig zu sehen, dass ganz viele Kinder sehr traurig ausgesehen haben. Ich habe auch Kinder und habe deswegen Kontakt zu ganz vielen Kindern. Die Kinder in Deutschland sind meistens sehr gepflegt. Sie strahlen so eine Sicherheit aus. In Moldawien ist es ganz anders. Es gab hin und wieder Kinder, die gelacht haben und unbeschwert aussahen. Aber insgesamt habe ich sie als traurig, unsicher und irgendwie bekümmert empfunden…
Einen sehr großen Eindruck haben bei mir dieses Jahr die Kinder im Dorf Hîrbovăț hinterlassen. Wie hunderte Stahlkügelchen in einer ganz großen Ocean Drum, die jemand ganz vorsichtig zur Seite geneigt hat, haben sie sich über den Platz verteilt. Sie sind uns entgegengelaufen, aber die Geräusche, die man wahrgenommen hat, die wahren ganz anders, als man von so einer großen Gruppe von Kindern erwarten würde… Es gab keine Freudenschreie, keine Kinderstimmen zu hören… Es war für mich surreal. Es war eine Welle von Schritten, die am Anfang mächtig und dann flacher wurde. Die ca. 300 Kinder aus dem Internat im Dorf Hîrbovăț sind schwerhörig. Sie haben uns umarmt, und mich auch. Das, was sie verbal nicht kommunizieren konnten, hat man umso deutlicher in ihren Gesichtern und Gestik gesehen: Freude! Sie haben sich sehr gefreut, Tommy zu sehen, und die anderen Helfer, die sie vom letzten Jahr kennen, und haben sich sehr auf die Geschenke gefreut.
Das hat mich sehr bewegt.
Nicht weniger bewegt haben mich die Gesichter der Direktorin und Erzieherinnen im Heim für behinderte Kinder „Haus für Jedermann“ in der Stadt Ungeni. Sie waren bescheiden und gleichzeitig stolz auf die Kinder, die sie umsorgen. Die Kinder, die wir da gesehen haben, kommen aus ganz benachteiligten Familien. Sie sind nicht verweist, und trotzdem haben sie es im Heim besser. Im Heim profitieren sie von der Wärme, Pflege, gutem Essen, ruhigem Umfeld. Ein Junge kam auf einmal auf mich zu und hat mir erzählt, dass sein kleiner Bruder aus dem Fenster gefallen und gestorben ist. Genauso unvermittelt ist er wieder zu seinem Platz gegangen.  „Das ist wahr“, sagte mir der Bürgermeister, der neben mir stand und es mitbekommen hat. Ein anderer Junge, der sich als Artjom vorgestellt hat, hat mir immer wieder versucht, etwas zu sagen. Ich stand neben ihm und habe versucht, seinen Satz zu enträtseln. Russisch? Rumänisch? Ich verstehe es nicht. Не понимаю. Nu am înțeles... Und mit einem Mal, ganz langsam und gebrochen, kam aus seinem Mund: „Приезжайте ещё“. Kommen Sie wieder.
Klar kommen wir wieder. Versprochen!

Zweieinhalb Tage in Chişinău

Meine Lieben, es hat sich für mich wirklich gelohnt, noch ein paar weitere Tage nach dem Konvoi in meiner Heimatstadt Chişinău zu verbringen. Letztes Jahr hat es nicht geklappt. Letztes Jahr habe ich es nur geschafft, um halb drei Uhr nachts eine Taxifahrt bis zu einem Geschäft und wieder zurück zum Hotel zu machen. Dieses Jahr hatte ich mehr Zeit und konnte ganz viele Bilder schießen. Im Zentrum, auf der ehemaligen Leninstraße, habe ich fast gar nichts erkannt, es hat sich so viel verändert. Es waren viel mehr die Zäune, Steine, Bäume, die bei mir die Flashbacks hervorgerufen haben. Da die Gehwege in einem wirklich furchtbaren Zustand sind, habe ich mir viele Male fast den Fuß umgeknickt: Meine Augen waren zu beschäftigt, um vor die Füße zu schauen. Ich weiß nicht, wie die modebewussten Frauen in Chişinău es schaffen, das müssen echte Akrobatinnen sein. Und einmal bin ich fast in eine offene Kanalisationslücke gefallen, da musste ich sogar für ein paar Minuten stehen bleiben, um mich zu beruhigen.
Aber ein Stück weit vom Zentrum ist alles so geblieben wie vor 20 Jahren, nur unsaniert. Manche Veränderungen sind wirklich gut, manche machen einen einfach nur traurig.
Am späten Samstagabend, als ich unterwegs zum Hotel war, hatte ich noch ein Moldawienabenteuer erlebt. Ein junger Mann, betrunken, wollte ein Taxi anhalten. Dabei ist er gestolpert, seine Mütze verloren, auf die sehr befahrene Straße gefallen und wurde fast schon überfahren. Sowas konnte ich mir nicht ansehen: Ich habe ihn auf den Gehweg gezogen und an einen Baum angelehnt. Er hat mir seine Adresse gesagt. Er war betrunken, aber nicht psychotisch, deswegen habe ich ihn zu seinem Zuhause geschleppt. Es war schon ein bisschen schwer, ihn zu stützen, er war ganz wackelig auf den Beinen. Deswegen, als ich zwei andere junge Männer gesehen habe, habe ich sie gebeten, mir zu helfen. Auf einmal wollte der Betrunkene nicht in seine Wohnung gehen. Er wollte uns nicht die Wohnungsnummer verraten und hat angefangen zu weinen. Er hat geweint, aber ich fand es nicht abstoßend, er sah einfach unendlich traurig aus. Plötzlich waren seine Augen voller Tränen, die waren im Laternenlicht deutlich zu sehen. Ich habe ihm Wasser und Taschentücher gegeben. Als die beiden jungen Männer, die mir halfen, erfahren haben, dass ich den Betrunkenen überhaupt nicht kenne und gar nicht in Chişinău lebe, waren sie sehr erstaunt. Sie haben nicht aufgehört, mit den Köpfen zu schütteln, und immer wieder wiederholt: „Sie machen aber Sachen, liebe Frau!“ Zum Schluss haben sie mich ins Hotel geschickt und mir versprochen, den betrunkenen Menschen bis in die Wohnung zu bringen.
Danach habe ich lange überlegt, ob mein Verhalten angebracht war. Es kann sein, dass die ganze „Rettungsaktion“ für mich ein bisschen gefährlich war. Aber er war nicht psychotisch und ich konnte ihn nicht auf der Straße liegen lassen. Ich konnte aber auch nicht viel mehr für ihn machen. Ich konnte seine Situation nicht komplett zum Besseren ändern. Aber das können wir mit unseren Weihnachtsgeschenken auch nicht. Und trotzdem machen wir das. Wir machen das, weil wir wenigstens ein bisschen etwas Gutes machen können. Oder so: Das Gute, das wir machen können, machen wir.
Ausgerechnet an diesem Tag habe ich noch nicht „etwas Gutes gemacht“. Ich habe gemerkt, dass wenn ich am Tag „etwas Gutes“ mache, was mit meinem Tagesablauf nichts zu tun hat, fühle ich mich einfach gut. Aus diesem Grund war mein Verhalten auch angebracht.
In diesem Sinne, meine Lieben, wir sehen uns schon bald. Wenn Ihr so wollt. Wenn ich mich an meinen Plan halte, ca. 350 gute Taten später.
Liebe Grüße und frohes Neues Jahr
Eure Elena
P.S.: Die rote Jacke steht mir überhaupt nicht! Ihr alle seht in Euren Jacken total fesch aus, und ich nicht! Bis zum nächsten Konvoi werde ich sie gnadenlos umnähen.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Anna Bischof; Bericht aus Petrosani- Rumänien:



Das "Konvoifieber" packte mich dieses Jahr früh, bereits 50 Tage im Voraus begann ich einen Countdown zu zählen, der schnell übersprang auf andere Mitfahrer. So erreichten mich bereits Wochen bevor es endlich los ging morgendliche Nachrichten die verkündeten: "Noch X Tage bis zur Abfahrt!" Am Ende konnte ich es kaum noch abwarten.

In meinem dritten Konvoi-Jahr entschied ich mich diesmal für eine neue Tour - nach Targu-Jiu und Drobeta Turnu-Severin in den vergangenen Jahren sollte es dieses Mal nach Petrosani gehen.
Die Tour bestand zum Einen aus einem bereits eingeschworenem Team aus den letzten Jahren, zum Anderen aber auch aus einigen Konvoi-Neulingen - und mir. Zumindest zum Zeitpunkt der Abfahrt. Nach einer Woche gemeinsamem Anpacken, Beschenken, Lachen, Weinen, Austauschen, Verarbeiten, Füreinander-da-Sein, Erzählen, Singen und Glühwein-Trinken bestand die Tour nur noch aus einem großartigem Team. Mein Dank gilt allen meinen Mitfahrern für die gemeinsame Zeit!

Nachdem die kleinen "Unwegsamkeiten" der Anreise überstanden waren, wir unseren "Nachzügler-LKW" wohlbehalten an der Rumänischen Grenze wieder eingefangen hatten und auch den Bürgermeister von Hateg nach einer kurzen Kollision mit seinem Rathaus von unseren guten Absichten überzeugen konnten, erreichten wir endlich die Caritas in Petrosani, wo wir bereits von zahlreichen Helfern erwartet wurden. Gemeinsam ging es dann ans Entladen der LKW in ein Lager, was angesichts der tatkräftigen Unterstützung nur noch ein "Kinderspiel" war. Zudem waren eine Dusche und ein warmes Essen nach über 30 Stunden Fahrt in greifbarer Nähe, da wurden natürlich noch einmal alle verfügbaren Reserven mobilisiert!

Die nächsten Tage waren geprägt vom Verteilen der Päckchen in Schulen, Kindergärten, Kranken- und Waisenhäusern, Familien und der Daycare-Einrichtung der Caritas. Bei strahlend blauem Himmel und eiskalten Temperaturen beschenkten wir Kinder in und rund um Petrosani.
Besonders war für mich in diesem Konvoi-Jahr die Zeit, die wir uns nehmen konnten, um mit den Kindern gemeinsam die Päckchen auszupacken. Es ist unbeschreiblich schön zu sehen, wie die Kinder sich nicht nur über die Geschenke freuen, sondern es vor allem genießen, dass sich jemand Zeit für sie nimmt, mit ihnen spielt und ihnen zuhört. Sprachbarrieren spielen in diesen Momenten meist keine Rolle. Wenn alle - Kinder so wie auch Konvoiler - gemeinsam lachen, versteht man sich auch ohne viele Worte!

Unter die Haut gegangen sind mir vor allem die Besuche bei den Familien Zuhause. Die Menschen in ihrem eigenen Heim zu erleben, zu sehen, wie sie leben und zu erkennen, dass in den Schulen, die wir zuvor gesehen haben, vergleichsweise oft noch die "heile Welt" gezeigt wird, hat mich sehr berührt und mitgenommen.
Mein persönliches Konvoi-Highlight in diesem Jahr war ein kleines Mädchen im Caritas-Daycare, die in Kenntnis der "Roten Jacken" freudig auf mich zu gerannt kam und mich spontan umarmte. Sie war zu klein, um mich mit dieser kindlichen "Attacke" tatsächlich um zu werfen, emotional ist ihr das jedoch in jedem Fall gelungen. Die Freude in ihren Augen zu sehen und ihr Vertrauen in "Die-mit-den-roten-Jacken"  hat mir einmal mehr gezeigt, wie wertvoll unser Konvoi für die Kinder ist.

Ich bin sehr dankbar ein Teil dieser Aktion sein zu können. Es ist eine großartige Erfahrung, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Es erfüllt mit Wärme, die Freude der Kinder zu sehen und es lehrt Dankbarkeit für die eigenen Lebensumstände.

Der Konvoi 2017 ist für mich bereits wieder fest eingeplant - noch 345 Tage bis zur Abfahrt! ;)
Anna von LC 36 Frankfurt

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Audrey Gronerad; Rumänien: Päckchen für Drobeta


Zwölf Menschen zwischen 19 und 78 Jahren machen sich auf in die Region von Drobeta um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen, Sonntag 18 Uhr waren wir vor Ort – das Abenteuer beginnt - für mich war es der zweite Besuch in dieser Region, das dritte Mal beim WPK.

Unsere Unterkunft war schon bekannt und die Fracht so gut wie möglich beeinflusst, so dass man hier ein deutliches Improvement zum Vorjahr in Bezug auf Organisation und Ladelogistik verzeichnen konnte!

Unsere Tage begannen früh: 6 Uhr Morgenappel und Arbeitsbeginn, ohne Frühstück. Die Ladies und Tabler aus Drobeta waren jeweils auch vor Ort und halfen tatkräftig bei der Beladung unserer Kleinfahrzeuge, so dass die Tage so gut wie möglich genutzt werden konnten.

Gegen 7- 8 Uhr schwirrten 3-5 Touren mit jeweils 4-8 Helfern inkl. der rumänischen Tablern und Ladies in unterschiedliche Richtungen aus.

Angefahren wurden vorwiegend Grundschulen in den dörflichen Gebieten sowie Daily Care Center. Diese Center sind mir besonders ans Herz gewachsen da diese sich um Kinder kümmern deren Eltern emotional und wirtschaftlich nicht in der Lage sind, ihre Kinder selbstständig zu versorgen. Die Kinder bekommen bis zum frühen Nachmittag eine warme Unterkunft, Essen und soziale Kontakte. Es ist immer wieder berührend solche kleinen Kreaturen erst schüchtern und fast verängstigt zu sehen und dann - nach dem gemeinsamen Entpacken - die Neugierde, das Lachen und ihr Glück – unbezahlbar und für mich einer der großen Glücksmomente.

Zum Teil waren unsere Tage sehr lang, manche Touren kamen erst gegen 19 Uhr wieder zurück, hungrig und verfroren, aber mit einem seligen Lächeln im Gesicht, da wir tatsächlich bei jeder Station aktiv beim Auspacken der Geschenke dabei waren – für mich ein absolutes Muss beim Weihnachtspäckchenkonvoi und auch das Erlebnis, dass man mit zurück nach Hause nimmt. Dies bringt mich auch zu meinem Denkanstoß: es ist zu überlegen was eine 12-Mann Truppe in 3 - 4 Tagen an Verteilaktionen bewerkstelligen kann. Auch wenn die Anzahl von 106.000 Pakten für den gesamten Konvoi eine ganz tolle Leistung ist, muss man die Qualität des Verteilens und der Anlaufstellen im Auge behalten – Klasse statt Masse.


Was wäre eine Tour ohne das Team: zwölf unterschiedliche Charaktere und Backgrounds, alle haben angepackt, sich integriert und Gas gegeben. Auch wenn nicht immer alles reibungslos lief – „You made it!“ DANKE an Euch Alle!

Abends wurde sich die Zeit genommen gemeinsam Erfahrungen auszutauschen, zu besprechen wo Potenziale schlummern, wo man was ändern muss, was einen bewegt. Diese offene Art der Kommunikation, wenn auch in Teilen oft sehr kritisch, war für mich persönlich eine große Bereicherung und ich bin sehr stolz auf das was wir zusammen geleistet haben. Was Sonntagabend noch fremde Menschen waren, waren bis Wiederankunft in Hanau Vertraute!
Kritik sollte an dieser Stelle auch nicht fehlen: Etwas schwierig gestaltetete sich der Sachverhalt, dass in der Region Drobeta Regionalwahlen anstanden und wir oft abgewiesen wurden da die Angst bestand, dass unser Handeln politisch geprägt sei. Auch fand an einem der Tage eine Lehrerkonferenz statt, so dass viele Schulen nicht zugänglich waren. Zum Glück hatten wir wortkundige und kreative rumänische Tabler und Ladies zur Hand die sich wirklich bemühten einen Plan B zu erarbeiten. Feiertage und regionspezifische Einschränkungen sollten vorab geklärt werden und entsprechend berücksichtigt werden – diesen Sachverhalt habe ich bereits mit den Verantwortlichen Vorort besprochen.
Meine letzten Worte sollen aber freudige Wort sein: Danke an alle die sich so zahlreich und uneingeschränkt beteiligt haben, dieses Projekt gehört für mich zu den absoluten Highlights und ich hoffe auch in 2017 wieder ein kleiner Teil des Großen sein zu können! Diese innere Freunde ist einfach jedes Jahr diese Reise wert!

Petra Sandmann: Moldawien, mein erster Konvoi ...


Der WPK 2016 ist einer der größten und emotional wichtigsten Höhepunkte für mich, in diesem Jahr. Ich habe ein stückweit Tagebuch geschrieben aber irgendwie, ab Gehörlosen Schule, habe ich den bemerkt das es jetzt nicht so wichtig ist,  weil ich mir so sicher bin dass  ich sowieso nichts mehr aus dieser Zeit vergessen werde!!!  und im "Hier sein" möchte, die Bilder, die gemacht wurden sagen eh soviel aus…Emotionen pur!!! Aber ich schreibe nun, welcher Moment mir, gerade jetzt, immer wieder Tränen in die Augen schießen lässt  und wie es mir gegangen ist.

06.12.2016 Singerei: Wir besuchen in diesem Ort 3 Einrichtungen mit körperlich und geistig behinderten Kindern. Im Bus werden wir zunächst mit Kuscheltiere bewaffnet!!

In der ersten Einrichtung, „Centrul de ZI“, erwarten uns sehnsüchtig ca. 25 Kinder. Und so werden wir empfangen…ganz herzlich, freudig, überschwänglich und ausgelassen. Umarmung hier, Küsschen da, "give me five"!! drück, knutsch…einfach herrlich!!!


Gleich zu Beginn fallen mir zwei Mädchen auf. Das eine Mädchen trägt ein, überwiegend weißes Kleid…sie ist so zart und zerbrechlich, innerlich total freudig erregt! das andere Mädchen, auch zart..irgendwie apathisch, erschöpft, gebrechlich(muss auch von einer Betreuerin gestützt werden, wird auf einen Stuhl gesetzt)und irgendwie leer! Stephan nimmt besonders das erste Mädchen wahr und möchte ihr gerne ein Päckchen schenken, ich das zweite… Während der offiziellen Begrüßung fällt mein Mädchen plötzlich vom Stuhl auf den Boden…alles ist still! Björn, unser Polizist reagiert sofort und sorgt dafür das die Aufmerksamkeit von dem Mädchen genommen wird.

Für mich ist in diesem Moment klar wer mein Kuscheltier haben soll…ich gehe langsam, schleichend um die Betreuerin herum, auf sie zu und bücke mich zu ihr herunter. Zunächst schaut sie irgendwie ins Leere...Unsere Blicke begegnen sich…ich lächele sie an reiche ihr den Eisbär…in dem Moment, als wenn etwas in ihr entzündet wird, strahlt sie so unglaublich schön!! mir kommen die Tränen!! bleibe bei ihr und lege meine Hand auf ihren Bauch, auf ihre Beine…wir beide fühlen eine Erleichterung und Zufriedenheit!!

Ich kenne sie nicht, weiß nicht ihren Namen aber ich werde alles tun um sie wieder zu sehen!!

Beim  Abschied, aus dieser Einrichtung, nehme ich jede Betreuerin in den Arm und wir küssen uns auf die Wange…sie haben Tränen in den Augen! Ich auch! dabei wird mir auf einmal bewusst wieviel diese wunderbaren Frauen täglich für die ihr anvertrauten Kinder leisten und welche Verantwortung sie dafür übernehmen,….auf dem Weg zum Bus klopfe ich meine Thymusdrüse..( hex/hex….-)) bedeutet, bei sich bleiben! Kraft zentrieren!

Ich komme wieder nach Singerei….


Dienstag, 20. Dezember 2016

Chiara Dedermann: Erfahrungen, die ich niemals vergessen werde:


Schon Jahre bevor ich dieses Jahr endlich das erste Mal die Möglichkeit hatte mit dem Weihnachtspäckchenkonvoi auf die Reise zu gehen, hat mein Vater mich angesteckt mit dem Päckchenfieber.

Eine Selbstverständlichkeit zu helfen, den Kindern hier in Deutschland das Teilen zu ermöglichen, die Freunde zu sehen wie diese die Päckchen in mein Auto geladen haben und die Geschichten aus den Jahren, die ich auch nur erzählt bekommen habe. Erfahrungen die jedem gut tun! Bis zu jenem Samstag vor dem Konvoi wo sich die THW Jugend bei uns auf dem Firmengelände eingefunden hat, um mit uns die zwei Brücken für den Bielefelder LKW zu packen.

So hat der Konvoi die Jahre davor für mich begonnen und auch geendet. Doch dieses Jahr, endlich, kam der nächste Schritt. Gehüllt in die große, rote Konvoijacke von meinem Vater sind wir in unserem Auto auf das Konvoigelände gerollt.

Erster Schritt: Meine eigene Jacke für diese Woche. Jeder in seiner eigenen roten Jacke, ging es dann direkt los. LWKs bekleben, Päckchen laden, Tanken und Wiegen. Genug zu tun für alle anwesenden Helfer.

Ich als Neuling auf diesem Gebiet wurde super herzlich empfangen und habe mich direkt wohlgefühlt. Die Atmosphäre war absolut ansteckend, alle waren voll freudiger Erwartung auf den am nächsten Tag losrollenden Konvoi.



Nach der sich für mich unglaublich ziehenden Verabschiedung durch diverse wichtige Leute am Abreisetag, wollte ich und wohl viele weitere auch einfach nur los. Direkt der Start in der Kolonne war ein absoluter Klassiker aus den Erzählungen und deutlicher hätten die Erinnerungen an die abendlichen Erzählungen von meinem Vater nicht aufgerufen werden können. Es war wie aus einem meiner schon gut bekannten Lieblingsbücher.

Trotz der zweieinhalbtägigen Reise bis zu unserem Ziel, hatten wir dauerhaft positive Stimmung im Bus! Nicht zuletzt dank der ausreichend vorhandenen Nahrung.



Doch auch je weiter wir Richtung Osten gefahren sind, desto deutlich kam mir auch in Erinnerung warum wir hier sind. Schließlich ist der Weihnachtspäckchenkonvoi keine Kaffeefahrt zur Freude der Insassen, sondern ein Hilfskonvoi. Die Umstände in denen die Menschen leben wurden immer einfacher, die Tiere liefen frei auf Feldern und Wiesen und die Straßen wurden abenteuerlicher.

Unser Lebensstandard hier in Europa ist großartig. Ich möchte diesen auch auf keinen Fall missen, doch das Leben wäre zu einfach würden wir nur an uns denken. Fließend Wasser, Strom, Infrastruktur. Alles Dinge die in Moldawien wenig bis eher selten vorhanden sind. Besonders in den abgelegenen Regionen, die unser Ziel waren.

Nach einer fast reibungslosen Anreise, wenig (...) Schwierigkeiten mit dem Krankenhaus-LKW beim entzollen und 2,5 Tage wenig Schlaf, konnten wir endlich mit der Verteilung der ersten Päckchen an die bedürftigen Kinder anfangen. Wir waren in Schulen, Kitas, Heimen, Krankenhäusern und anderen Hilfseinrichtungen. In jedem Haus, wo wir die Päckchen verteilt haben gab es einige paar leuchtende Kinderaugen mehr. Eine erfüllende Aufgabe, eine Erfahrung über die ich auch noch in 50 Jahren berichten werde. Die Päckchen die wir abgeliefert haben sind natürlich nur ein kleiner Lichtblick für die Familien, umso wichtiger ist regelmäßige Hilfe, die auch ankommt. So wie unsere Päckchen.



Besonders in Erinnerung werden mir zwei Zwillinge bleiben, Teenie Mädels, ca. 14 Jahre alt. In der Einrichtung in der wir verteilt haben, gab es wieder die so typischen Listen der Bedürftigen, erstellt durch Menschen, die sich hoffentlich Gedanken gemacht haben. Nun war es eben so, dass nur eins der beiden Mädels auf eben dieser Liste für die Päckchen stand. Die Mutter, den Tränen mehr als nahe, eins der Zwillinge glücklich mit einem Päckchen in der Hand und ein unglaublich enttäuschtes zweites Kind.

Bei diesem Anblick ist mein Herz mindestens bis in den nicht vorhandenen Keller dieses Gebäudes gerutscht. Ein Gefühlschaos, wie man es gar nicht beschreiben kann machte sich in mir breit, alle Päckchen die wir noch hatten, waren abgezählt. Der LKW so gut wie leer. Aber ein klarer Gedanke erreichte dann doch tatsächlich mein Handeln, den ich wusste von einem Päckchen, mit Liebe gepackt, noch ohne Besitzer vorne im LKW. Gesagt, getan, Nils war eins seiner Päckchen los, Zwilling Nummer zwei mit einem breiten Lächeln im Gesicht aus der Tür treten und einer Mutter die sich den Freudentränen nicht retten konnte. Ich habe zwar nicht verstanden was sie mir sagte, aber ihre Umarmung, ihre Körpersprache und ihre Gestik sagten mir mehr als tausend Worte es je hätten beschreiben können. 

Aus dieser Einrichtung bin ich mit einem Gefühl gegangen, mehr als einmal diese Woche das Richtige getan zu haben und in den richtigen Momenten aufmerksam gewesen zu sein.

Nach dieser Woche voller Eindrücke, ist mir mal wieder bewusst geworden wie gut wir es haben. Wie schon erwähnt, den Komfort möchte ich nicht mehr missen, aber ich weiß ihn wieder zu schätzen. Eine Reise in solche abgelegenen Regionen, fühlt sich an wie eine Kur, ich lebe wieder bewusster, weiß Momente die alltäglich geworden sind wieder zu schätzen und kann von mir behaupten, dass dieser Konvoi nicht mein letzter war. Es ist mehr als notwendig, dass der Konvoi auch in den nächsten Jahren wieder unterwegs ist!

Vielen Lieben Dank, an das unglaublich Moldawien Team, das grandiose Moldova Süd Team und das unschlagbare Moldova Süd Süd Team!

Auch durch Euch ist der Konvoi zu dem geworden was er ist.
Und nicht nur durch uns Mitfahrer, sondern besonders durch die Helfer und Spender der 106.000 Päckchen!